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Im Folgenden sind alle geschichtlichen Zusammenhänge des Musikvereins zusammengefasst.

Von den Anfängen bis hin zur Gegenwart finden Sie links unter den entsprechenden Jahreszahlen alle markanten Ereignisse, die den Verein geprägt haben, in einer Zeit gerafften Version.

1924 – 1949

Die Urwurzeln des Musikvereins »Frohsinn« Norf sind nicht auf das Gründungsjahr 1926 zurückzuführen, sondern liegen im Jahr 1924.

Bereits zu dieser Zeit trafen sich junge Männer aus Norf und Umgebung, um gemeinsam unter der Leitung von Wilhelm Schieffer zu musizieren.

1927
1927 – Wilhelm Schieffer mit den ersten Musikern

Zwei Jahre später, am 04. März 1926, entstand das »Jugendorchester Frohsinn« Norf. Die Räumlichkeiten zum Proben stellte Kapellmeister Wilhelm Schieffer in seiner Wohnung zur Verfügung. Während der Probe hatte er stets und ständig einen Wecker neben sich stehen, damit die Probe pünktlich um 22:00 Uhr beendet werden konnte.

Das Jugendorchester Frohsinn Norf

1928 fühlte sich das »Jugendorchester Frohsinn« Norf dazu gewachsen, innerhalb eines größeren Rahmens aufzuspielen. Leider mussten die jungen Musiker schnell feststellen, dass sie den Ansprüchen des Publikums doch noch nicht gewachsen waren. Von kleinen Geldstücken beworfen, packten sie geknickt ihre Instrumente ein und verließen das Neusser Stadion.

1930 – Langsam werden wir mehr

Treu nach dem Motto “Aller Anfang ist schwer”, ließ man sich damals jedoch nicht einschüchtern.

1933 – Ging es mit Uff-Tata auf zum Drachenfels

Nach dem Krieg fanden die Musiker sich recht bald wieder zusammen. Johann Meisen wurde, als er 1948 aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrte, von den Kameraden am Bahnhof abgeholt. Im Folgejahr spielte der Musikverein erstmals beim Neusser Schützenfest, jedoch zu diesem Zeitpunkt als zweite Abteilung der Kapelle Schmitz, auf.

1948 – Kirmes in Nievenheim

1950 – 1982

Im Jahr 1950 war es dann endlich so weit. Der Musikverein spielt zum Schützenfest Neuss unter eigenem Namen »Frohsinn« Norf auf. Speziell für diesen Anlass wurde noch fleißiger geprobt als ohnehin zuvor schon. Für das Neusser Schützenfest wurde extra ein Verhaltenskodex erarbeitet, die Kapelle mit Hörner und Fanfaren verstärkt und letztendlich ein Schellenbaum in Vanikum ausgeliehen.

1950 – Das erste Mal Neusser Schützenfest unter eigenem Namen

Der damalige Kapellmeister schreibt, das Schützenfest in Neuss sei der größte Erfolg gewesen.

1950 – Mit eigenen Fanfaren unterwegs

Mit dem Ziel einen eigenen Schellenbaum anzuschaffen, erklärte sich der Posaunist Adolf Bungartz, Vater des langjährigen Flügelhornisten und Geschäftsführers Willi Bungartz, dazu bereit, einen Schellenbaum zu bauen. Dazu wäre es noch interessant zu wissen, dass Adolf Bungartz bei der Firma “Zinkhütte” in Delrath beschäftigt gewesen war.

1951 – Met d’r Schelleboom

Sein Einsatz dafür scheint völlig gelungen zu sein, denn bis zum Kauf eines zweistöckigen Schellenbaums im Jahre 1962, wurde der Schellenbaum von Adolf Bungartz häufig mitgeführt.

1960 – Auch hier war der selbstgebaute Schellenbaum in Neuss dabei

Der Erfolg des Musikvereins war fortan unaufhaltsam.

1953 – In Rosellerheide

Während der fünfziger Jahre bestritt der Musikverein bereits mehr als 20 Schützenfeste, Karnevalsveranstaltungen und viele Konzerte im Jahr.

1956 – Goldhochzeit bei Bungartz

1960 übergab Jean Niessen die Leitung, der inzwischen etwa dreißig Mann starken Kapelle, an Helmut Frank.

Der letzte Auftritt von Jean Niessen

In seiner Amtszeit erhält der Musikverein von der Gemeinde Norf die Erlaubnis, das Wappen auf dem Ärmel tragen zu dürfen. Außerdem entwickelt sich die Freundschaft zum Musikverein Frohnleiten.

1958 in Gindorf – Päusken und Dönekes verzälle

Etwa 1963 übernahm Willi Steinfort das Amt des zweiten Kapellmeisters.

Osterkonzert 1966

Im November 1969 wurde der erste ordentliche Vorstand gewählt, der bisher nur aus Kapellmeister, Geschäftsführer und Kassierer bestand. Ein Vorsitzender sowie sein Stellvertreter kamen hinzu.

Unterwegs zum Einsatz

Nachdem Helmut Frank überraschend seine Kapellmeister-Funktion abgegeben hatte, übernahm Willi Steinfort schließlich die musikalische Leitung des Musikvereins im Spätherbst 1974 und leitete die Kapelle fortan als erster Kapellmeister.

1974 auf der Furth

1981 wurde das Fehlen einer Satzung deutlich. So stellte man diese im Rahmen des Vorstandes zusammen und ließ sie dann 1982 beim Amtsgericht in das Vereinsregister eintragen.

1983 – 1997

Unter Kapellmeister Willi Steinfort setzte sich der Konzertaufschwung immer weiter fort.

Immer für eine Abkühlung zu haben auf der Furth

So gelten als absolute Höhepunkte die musikalische Gestaltung einer Rundfunksendung über das Schützenwesen im Deutschlandfunk im November 1983, sowie erfolgreiche Konzerte für die deutsche Krebshilfe im Jahr 1985 und die Einladung zum Kanzlerfest 1990.

1990 – Bundeskanzlerfest in Bonn

Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens 1986, spielte der Musikverein »Frohsinn« Norf unter Mitwirkung des Grenadier-Tambourcorps Rheinklänge eine Schallplatte mit dem Titel “Volkstümliche Neusser Schützenklänge” ein.

Die erste Schallplatte

Am 10. März 1991 wurde Günter Steinfort, als Nachfolger von Willi Steinfort, auf der Jahreshauptversammlung zum ersten Kapellmeister gewählt. Die offizielle Übergabe des Dirigentenstabes erfolgte dann im Rahmen der Feierlichkeiten zum 65-jährigen Bestehen des Musikvereins »Frohsinn« Norf im Sommer 1991. Von diesem Zeitpunkt an trat Willi Steinfort ins zweite Glied zurück und bekleidete wieder das Amt des zweiten Kapellmeisters.

1991 erschien unter der Leitung des “neuen” Kapellmeisters die CD “Volkstümliche Schützenklänge II”.

Die zweite Schallplatte

Weitere fünf Jahre später dann Teil III.

Und die erste CD

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Tonträger hatte der im Februar 1999 viel zu früh verstorbene Hubert Menzen. Er verstand es selbst dem größten Skeptiker eine »Frohsinn« Norf CD zu verkaufen.

In der Festschrift zum 60-jährigen Bestehen gab Amtsdirektor Willi Kühn der Hoffnung Ausdruck, dass es gelingen möge, bald ein eigenes Vereinsgebäude zu errichten. Ermöglicht wurde der Wunsch durch die Stadt Neuss, fast zehn Jahre später.

Dem Musikverein wurde es gestattet, einen Raum im Gymnasium Norf zu nutzen. Dieser wurde von den Musikern selbst ausgebaut und zu dem Musikerheim gemacht, das es heute ist. Die Bauarbeiten mussten selbstverständlich finanziell unterstützt werden und auf diesem Weg gilt unser Dank natürlich den Handwerkern und den Sponsoren.

Mit Errichtung des Musikerheims blühte auch die Jugendausbildung wieder neu auf. Während der 70er und Anfang der 80er Jahre erlebte die Jugendarbeit unter dem zweiten (und damit Jugend-) Kapellmeister Theo Piel seine Blütezeit. Zum Norfer Schützenfest bildeten die Jugendlichen dann eine eigene Abteilung. Als Peter Kronenberg dann die Leitung der Jugendkapelle übernahm, führte auch er diese Tradition weiter.

Auf der Jahreshauptversammlung 1997 trat Willi Steinfort von seinem Amt als zweiter Kapellmeister zurück und wurde einstimmig von der Versammlung unter stehenden Ovationen zum Ehrenkapellmeister gewählt.

1998 – heute

2005 auf der Furth mit ein wenig Regen

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Lust bekommen, auch mal mit über die Straße zu flanieren? Gerne begrüßen wir Sie mit oder ohne Instrument auf einer unserer Proben. Die nächsten Termine finden Sie im Kalender.

Lust bekommen, ein Instrument zu lernen und die Geschichte des Vereins mit zu prägen? Wir bilden aus!

Oder möchten Sie den Musikverein »Frohsinn« Norf vielleicht in sonstiger Art unterstützen, zum Beispiel weil Sie am anderen Ende von Deutschland wohnen, Sie ein Musikfreund sind, ein Fan am Straßenrand? Wir freuen uns auch über neue passive Mitglieder, denn durch Ihre Unterstützung können wir die Geschichte weiterschreiben.