10 Jahre Frühschoppenkonzert – Änderungen vorbehalten und ein paar Überraschungen in Petto

In diesem Jahr feiert der Musikverein »Frohsinn« Norf sein 10jähriges Jubiläum des jährlich stattfindenden Frühschoppenkonzertes. Der Anfang wurde in der Aula der Ganztagsrealschule Norf gemacht. Nachdem diese jedoch eine längere Zeitspanne in Umbaumaßnahmen steckte, wanderte der Musikverein weiter nach Neuss hinein – zu der Aula des Berufsbildungszentrums Neuss im Hammfeld – und ist bis heute dort geblieben.

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Am 06.04.2014 wartete der Musikverein »Frohsinn« Norf mit einer bunten Mischung aus alt bekannten Titeln der vergangenen 10 Jahre auf. Wie in jedem Jahr wurde auch dieses Jahr das Publikum von Thomas Falk begrüßt, der sich in diesem Jahr nicht mehr zum ersten Vorsitzenden hat wählen lassen und seinen Nachfolger André Flöper in diesem Atemzug mit vorstellte. Zu diesem Zeitpunkt war der Saal bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt.

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André Flöper bedankte sich bei dem Publikum für das zahlreiche Erscheinen und wurde prompt von seiner zweiten Vorsitzenden Britta Wefers unterbrochen, welche in Neusser Schützenkreisen ein bekanntes Gesicht besitzt, um den neuen ersten Vorsitzenden dem Publikum näher vorstellen zu können. André kommt aus Heinsberg im Sauerland, wo er auch schon in dem dort ansässigen Musikverein das Amt des Getränkewartes übernommen hatte. Sein Großvater war in dem Musikverein Heinsberg selbst über 40 Jahre lang erster Vorsitzender, was auch von Britta Wefers als Fingerzeig gereicht, André mit einem Zwinkern auf seine bevorstehende Karriere im Musikerleben hinzuweisen. Er hat seine Frau auf dem Schützenfest in Schmallenberg kennengelernt, was nur ein weiteres Indiz seiner Schützenfestverbundenheit sei, scherzt Britta Wefers weiter. Nachdem sie mit der Vorstellung des ersten Vorsitzenden geendet hatte, begrüßte André Flöper weiterhin die Schützenvereine, Musikvereine, Tambourcorps, Fanfarencorps und Karnevalsvereine und -vorstände aus Nah und Fern, die an diesem Sonntagmorgen den Weg in die Aula des BIZ gefunden hatten.

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Nach der Begrüßung des Publikums startete der Musikverein mit der Titelmelodie von der „Sendung mit der Maus“, zu welcher Dirk Schmitz den allseits beliebten Text der Maus intonierte, passend zum Tagesgeschehen gemünzt auf dem Musikverein, und natürlich in zwei Sprachen. Er beendete das Intro des Tages mit: „Das war: Rückwärts“.

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Nach dieser eingeschobenen Nummer zu Beginn betrat Kapellmeister Kevin Roden das Podest. Mit dem Konzertmarsch „Mit vollen Segeln“ von Klaus Strobl startete das Orchester in den turbulenten Tag. Der Marsch erzählt von der tollen Fahrt auf einem Schiff – wie der Titel schon verrät – mit vollen Segeln, Sturm, Brandung und auch ruhigen Gezeiten.

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Kevin Roden bedankte sich bei dem Publikum für ihr zahlreiches Erscheinung und führte in das Frühschoppenkonzert ein, indem er von einer Begegnung kurz vor dem Konzertbeginn erzählte. Ein begeisterter Zuhörer habe ihm gesteckt, dass das Frühschoppenkonzert des Musikvereins einmalig wäre: „Oft kopiert, doch nie erreicht.“

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Wie es sich für einen Musikverein gehört, gab es natürlich auch noch ein paar Danksagungen an die eigenen Mitglieder. Der langjährige Schriftführer Manfred Driesen wurde zur Bühne gebeten. Ebenso der ehemalige erste Vorsitzende Thomas Falk und der ehemalige Zeugwart Robert Witazek. Da die Ehrung mit Urkunden schon auf der Jahreshauptversammlung vorgenommen worden war, überreichten André Flöper und Britta Wefers jeweils Gutscheine für ein Essen für zwei bei den Herren. Die angetrauten Damen bekamen von den Jugendlichen Blumen überreicht.

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Als nächsten betrat der Walzerkönig André Rieu das Tapet. Ein Medley erstellt von Erwin Jahreis, welches durch die verschiedensten interpretierten Stücke von Rieu führt; es beginnt mit einem schnaufenden Zug. Weiter geht es so zum Beispiel den Second Walz oder den Krapfenwald mit besonderer Darbietung eines Solokünstlers: Dirk Schmitz verkleidet in Gehrock und mit weißem Hemd und Fliege bestückt, betrat mit einem großen, schwarzen Koffer die Aula. Er verbeugte sich vor dem Publikum und entnahm dann dem Koffer eine Kuckucks-Pfeife, was dem Publikum begeistertes Applaudieren und Johlen entlockte.

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Geendet mit dem kleinen Gardeoffizier ging es direkt zackig weiter mit einem Konzertmarsch von Alexander Pfluger: Abel Tasman, dem Entdecker von Tasmanien gewidmet und sehr bombastisch. Das Publikum lauschte angeregt und in manchem Gesicht konnte man den Heldenmut des Entdeckers wiederfinden, wenn von der ersten romantischen Landung am Strand der unbekannten Insel geträumt wurde.

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Danach machte das Orchester einen rasanten Sprung in die Jetztzeit zurück und gab, beginnend mit der „Lindenstraße“,, über das „Herzblatt“, „Traumschiff“, die Eurovision Hymne und „Wetten, dass?!“, sowie dem „Aktuellen Sportstudio“, „Derrick“ und gekrönt von der „Tagesschau“ ein TV-Medley von Manfred Schneider wieder. Dazu liefen über einen Beamer bereitgestellt passgenau die jeweiligen Vorspanne der Serien mit.

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Um ein wenig Abwechslung in Walzer, Konzert und Unterhaltungsmusik zu bekommen, trat als nächstes Trompeter Reiner Köpe an das Mikrophon um „What a wonderful world“ zu intonieren. Seine markant-bassige Stimme, sowie sein Trompetensolo in diesem Stück, gereichten dem Publikum zu stehenden Ovationen. Das Original von George D. Weiss und George Douglas mit Sänger Louis Armstrong war an diesem Tag abgeschrieben – das Publikum jubelte nur Reiner Köpe zu.

Mit einem weiteren bombastischen Marsch von Julius Fučik, dem Konzertmarsch Opus 214 (genannt „Florentiner Masch“), zeigte der Musikverein erneut, dass er sein Handwerk versteht.

Auch der „Haus und Hof Komponist“ (wie er von seinen Musikerkollegen liebevoll genannt wird) Hans Johann Reinholz, ließ es sich nicht nehmen, einen Konzertwalzer wieder aufzulegen. „Ein Walzer für dich“, bestehend aus zwei Teilen, wurde von ihm dirigiert und von dem Publikum sehr erfreut aufgesogen und mit Applaus gewürdigt.

Den Abschluss vor der Pause bildete ein ruhiges Stück aus dem Musical „Elisabeth“. Es wurde geschrieben von Michael Kunze und Sylvester Levay, und gesungen von unserer sehr musikalischen Judith Braun, die sonst die Querflöte schwingt. „Ich gehör nur mir“ treibt Tränen der Freude in die Augen, so anmutig, voller Stolz, ungebrochen und sanft kommt Judith Braun, getragen von dem Orchester, daher.

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Nach dieser Darbietung ging es in die wohlverdiente Pause bei wunderbarem Wetter und kühlen Getränken.

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Die Jugend startete voller Elan in die zweite Halbzeit. Jugendkapellmeister Claudio Del Popolo zeigt sich mit Stolz mit seiner Truppe von rund 20 Jugendlichen. Die Jugendarbeit im Musikverein wird groß geschrieben, und so haben im vergangenen Jahr viele neue Jugendliche den Griff zum Instrument gewagt und sich in Ausbildung begeben, die hauptsächlich von älteren Musikern im Verein übernommen wird.

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Sie gaben den „Königgrätzer“ Marsch von Gottfried Piefke zum Besten; ein Militärmasch, der nach dem Sieg der preußischen Truppen über die Österreicher in der Schlacht bei Königgrätz von ihm komponiert wurde.

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Leise und mystisch wurde es mit den „Highlights von Harry Potter“, einer Bearbeitung der berühmten Musik von John Williams durch Michael Story. Auch die Jugend zeigte, dass sie nicht nur militärisch laut können sondern auch viel im vergangenen Jahr gelernt haben.

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Vollblütig zeigte sich die Jugend im letzten Stück ihres diesjährigen Repertoires mit „Music from Carmen“, deren Originalmusik Georges Bizet geschrieben hat. Rassige Zigeunerrythmen der Carmen wechselten sich mit den eher beschwingt leichten Melodien von Don José und Escamillo. Auch die Jugendabteilung erntete herzlichen Applaus vom Publikum und trat fröhlich von der Bühne, um dem großen Orchester wieder Platz zu machen.

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Weiter ging es mit einem Medley von Harald Kolasch, vielen Sambarythmen und der mitreißenden Stimmung, die „Tom Jones in Concert“ immer verbreitet, wenn der Waliser auf der Bühne steht.

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Der Musikverein bleibt dem Pop Genre treu und schließt an mit einer Hommage an ABBA, die in diesem Jahr ihr 40jähriges Bühnenjubiläum feiern würden, wenn sie sich nicht getrennt hätten. Das Medley von Ron Sebregts umfasst Hits der Popgruppe wie „Dancing Queen“, „Mamma Mia“, „Fernando“ oder „The winner takes it all“.

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Auch jetzt verfolgt der Musikverein einen roten Faden; von Rock und Pop geht es weiter zu Easy Listening – wie früher die Melodien von Bert Kaempfert eingestuft wurden. Ein wunderbares Arrangement von H. J. Rhinow entführt von „A wonderland by night“ bis hin zu „Afrikaan beat“ in die schaffensreiche Zeit dieses Künstlers.

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Hier verweilt das Publikum mit dem Orchester, als es mit der „Glenn Miller Story“ im Big Band Stil weitergeht, einem Medley von H. Dittmann. Wie an einer „String of pearls“ (zu deutsch: Perlenkette) reihen sich hier die Hits auf: „Pennsylvania 6-5000“, „In the mood“, „American Patrol“ und die „Moonlight Serenade“ laden ein zum träumen und verweilen.

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Einen runden Abschluss und Sprung zurück zum (fast) hier und heute gibt es mit dem „Udo Jürgens Live“ Medley von Kurt Gäble. Die Musiker zeigen noch ein letztes Mal, was sie neben der fast „alltägichen“ saisonalen Marschmusik können: nämlich rocken, swingen und das Publikum mitreißen!

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Doch war noch lange nicht Schluss. Das Publikum forderte mit stehenden Ovationen Zugaben. Und die bekamen sie auch; wie ein Ritual schon die ganzen 10 Jahre lang gab es zuerst die „Alten Kameraden“ - nach dem dritten Mal ist es ja schließlich auch schon Tradition – und als allerletztes Schmankerl dann den Böhmischen Traum, bei welchem das Publikum begeistert mitsang.

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Alles in allem ein runder Tag, begeisterte Menschen, viele wunderbare Begegnungen und sehr viel Musik.

Aber mal ganz ehrlich: was wären wir auch schon ohne Musik und unser Publikum?

Wir sagen: Danke schön für diesen wunderbaren Tag!



Ihr Musikverein »Frohsinn« Norf